Es geht nicht alles – auch in Sachen Teilhabe

Nicht alles perfekt machen wollen, eben Fünfe gerade sein lassen, ist für mich nicht immer leicht, aber extrem entlastend. Hier ist die möglichst entspannte Haltung das eigentliche Hilfsmittel.

Heute feiern wir Kindergeburtstag. Des Hibbelmors‘ Schwester hat acht Freund*innen eingeladen. Wir sind in einem Indoor-Spielplatz. Der Hibbelmors geht mit. Einen extta Kindergeburtstag feiert er nicht.

Inklusion und Gleichbehandlung standen auf unserer Planungsliste nicht on top. Idealismus zu leben geht manchmal an den Realitäten vorbei. Zum Beispiel im Sachen Kindergeburtstag: Der Hibbelmors spielt allein. Manchmal braucht er eine verordnete Auszeit (durch die Betreuenden), sonst verausgabt er sich völlig. Manchmal bezieht er sich für einen Augenblick auf jemanden in seiner Nähe (egal, ob klein oder groß, ob bekennt oder unbekannt).

Ansonsten spielt er eben allein. Und er lautiert dabei vor Glück, wenn ein Trampolin oder eine Schaukel im Spiel ist. Etwas, das seine kleine Kraft zu einer großen Bewegung potenziert. Kinder oder andere Sozialkontakte sind in diesem Setting nicht wichtig.

Ich finde Inklusion richtig, richtig und absolut jeden Engagements würdig. Der Hibbelmors besucht eine inklusive Grundschule. Ich weiß aber auch: Echte Inklusion ist echt schwierig. Und zwar von allen Seiten? Von Seiten des Systems (zu teuer, zu dünne Personaldecke), von Seiten der „Regel-Eltern“ (zu sehr mit dem eigenen Leben beschäftigt) aber auch von unserer Seite (es kostet viel Kraft, sich inklusiven Situationen mit einem oft beäugten Kind zu stellen) und von Seiten Hibbelmors himself (er hat mit sich selbst genug und will meist gar nicht inkludiert werden).

Also feiert der Hibbelmors seinen Geburtstag allein auf dem Indoor-Trampolin und hat genug damit. Die anderen spielen Ticken. Und neben mir sitzt trotz allem ein kleines schlechtes Gewissen, das fragt, ob unsere Prioliste richtig war und unser Engagement ausreichend …

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