Mini-Meldung: Auf die Barrikaden!

Heute ist Protesttag – für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Seit Anfang der Neunziger gibt es ihn und er verliert kein Stück an Bedeutung: Viel zu viel Getuschel, Gestarre oder Weggeschaue, Mitgeleide, Barriereaufgebaue und Türzugemache gibt es beim Thema Behinderung. Das soll anders – auf allen Ebenen!

Viel Kraft ist ehrlich gesagt momentan nicht da, um dafür auf die Barrikaden zu gehen, aber ein Teil der Familie war bei einer Mal-Aktion in der Bremer Überseestadt dabei. Dazu gibt es einen kurzweiligen Filmbeitrag von Brit und Paul Bentzen …

Und ansonsten einfach noch mal ganz klar: Jede*r ist wichtig und richtig! So möchte ich es zumindest und diese Sicht wünsche ich mir von euch und allen …

8 Antworten auf „Mini-Meldung: Auf die Barrikaden!“

  1. Wird viel zu wenig drüber gesprochen. Würde ich nicht die Publikationen des MC aktiv verfolgen, wüsste ich nichts z.B. über Torhaus 1 (https://www.martinsclub.de/standorte/walle/). Klingt toll. Meine Haltung: Schon die Diskussion über solche Projekte könnte, nein müsste „deutlich aktiver“ werden. Ausser der erwähnten WG ist mir kein einziges annähernd ähnliches Projekt im BL Bremen bekannt.. obwohl ich derart viel lese, recherchiere und diskutiere, 24/7. Täuscht mein Eindruck? Glaube nicht. Hoffe es aber.

    1. Schätze, dein Eindruck entspricht der Realität – leider. Ehrlich gesagt knüpfe ich erst zarte Bände mit den Thema „nachelterliches Wohnen“ und weiß noch nicht gut Bescheid über die Landschaft. Mit seinen knapp 9 Jahren scheinen bei H zurzeit noch andere Themenfelder wichtiger. Gerade weil es manchmal so viel zu bedenken und auch zu sorgen gibt, versuche ich bewusst nicht zu weit in die Zukunft zu planen. Andererseits vergeht die Zeit ja doch wieder immens schnell …
      Was wäre denn dein Wunsch ans Wohnen für dein Kind?

      1. In die Zukunft planen… das bleibt ja für die meisten von „uns“ ein Problem. Wir sind sogar schon ein paar Jahre weiter als ihr. Aber eben nur, was das nackte Alter angeht. Wunsch ist klar: offene, inklusive Wohnformen. Teil einer flexiblen Gemeinschaft sein. Flexibel im Sinne von – mehr, oder weniger Gemeinschaft, je nach Tagesform. Gegen jegliche Isolation (die es bei ihm ja schon seit der Kindheit gibt). Teilhabe! An einer offenen, inklusiven Wohnform nehmen sogar wir gerne teil. Aber .. wie realistisch ist der Wunsch? Damit sind wir dann wieder am Ausgangspunkt: Gibt es das überhaupt im BL Bremen? Fördert der Senat gezielt? Nicht, dass ich wüsste. Man fühlt sich – auch an der Stelle – sehr allein.

        1. Hast du Kontakt zu den Initiator*innen der inklusiven WG? Vielleicht können die dir mehr Auskunft geben oder Austauschpartner sein? Sag mir, wenn ich einen Kontakt herstellen soll! Ansonsten könnte ich das mal anregen in der Lebenshilfe als Thema für einen Elternbrunch. Wart ihr da schon mal? Dann fühlt man sich wenigstens zusammen allein – und kann manchmal was zusammen bewegen …

        1. Dazu kann ich nicht wirklich fundiert Stellung nehmen. Gestern gab es ein Zoom-Meeting von Bewohner*innen der WG, Unterstützer*innen und Arne Frankenstein, dem Landesbehindertenbeauftragten. Da sagte er ganz klar, dass inklusive Wohnformen mehr und mehr in den Fokus der Bremer Politik gelangen. Mein Empfinden ist aber, dass in der Politik vieles beim Alten bleibt, wenn es keine starke Lobby gibt. Und die Lobby für Behinderte kommt immer noch meist von außen. So gab es für die inklusive WG eben auch einfach starke, fordernde, engagierte und im besten Sinne nervige Angehörige. Könnte sicher noch deutlich aktiver werden, die Förderung durch den Senat, aber der Weg ist bereitet …

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