Alles, was hilft, ist herzlich willkommen

In der Welt der pflegenden Angehörigen, was Eltern von beeinträchtigten Kindern meistens sind, spielt der Begriff „Hilfsmittel“ eine wichtige Rolle. Hilfsmittel helfen, Behinderungen oder Erkrankungen auszugleichen, so die offizielle Definition.

Wenn man sich drum kümmert, streiten kann, und dann noch Glück hat, werden sie von der Krankenkasse bezahlt oder bezuschusst. Von solchen klassischen Hilfsmitteln profitieren wir auch.

Genauso wichtig sind in unserem Leben aber die „weichen Hilfsmittel“. Deshalb verwende ich eine erweiterte Hilfsmittel-Definition. Ich greife darunter alles, was hilft, es für alle Beteiligten einfacher und schöner zu machen.

In diesem Sinne sehe ich 3 Kategorien:

Mittel, die dabei helfen …
1. unserem Sohn Unterstützung zu geben,
2. allen neben den manchmal grenzwertigen Herausforderungen etwas mehr Glück zuteilwerden zu lassen,
3. den Alltag entspannter zu gestalten.

Beispiele lest ihr demnächst immer mal wieder an dieser Stelle. Darunter sind nicht nur Dinge, sondern auch Aktivitäten, Menschen und mindestens eine Sportart …

Barrierefreie Berge? Träum weiter!

Wer Urlaub macht, denkt oft in Träumen; stellt sich vor, wie es aussieht am Zielort, wie entspannt es sein wird, wie erholsam, lecker, abenteuerlich – wie auch immer. Wer ein Kind mit Behinderung an Bord hat, muss anders denken: Sind für den Notfall alle Infrastrukturen vorhanden? Ist die Location barrierefrei? Kann mein Kind den Ort handeln? Tja, wir haben eindeutig geträumt, als wir uns für den Urlaub im Schweizer Voralpenland entschieden haben, aber schön war es letztlich trotzdem.

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Aquaman und Cineast – oder: Behinderte Freizeit gestaltet sich etwas anders

H geht NORMALERWEISE in die Schule und in den Hort. Das heißt, er ist an Werktagen von 8 bis 16 Uhr außer Haus. Jetzt, unter dem verschärften Infektionsschutzgesetz, ist deutlich mehr Zeit, die es zu Hause zu füllen gilt. M trifft sich mit Freunden, gesellt sich spontan zu Nachbarskindern, wenn sie auf der Straße spielen, hört ein Hörspiel, zoomt schon mal, liest ein Buch oder bastelt. H stehen diese Freizeitaktivitäten entweder nicht zur Verfügung oder sie langweilen ihn. Was aber zieht bei ihm?

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Mal raus – oder: das Recht verhindert zu sein

H & M sind acht Jahre alt. Ende Mai werden sie neun. Bin ich mit M allein und habe das Bedürfnis mal eine halbe Stunde rauszugehen, sage ich: „M, ich geh ’ne halbe Stunde raus. Bis später!“ Zack – so einfach ist das. Zumindest ohne H. Mit ihm ist alles anders und genau deshalb brauchen Eltern von behinderten Kindern Unterstützung …

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Tribut an Corona

Vorab: Wir schicken unsere Kinder nach den Weihnachtsferien gleich wieder zur Schule. Zwar fühle ich mich damit fast eines Verbrechens schuldig, aber wir schaffen es nicht anders. Was wir schaffen: H freitags zu Hause zu betreuen. Ich gestehe hier, wieso wir uns für diese unlockdownige Variante entschieden haben trotz ausgesetzter Schulpflicht …

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Zuviel Baby in einem siebenjährigen Jungen

Heute geht der 49. Tag zu Ende, an dem H & M wegen der Pandemie zu Hause sind. Unten höre ich meinen Liebsten singen – by the way dasselbe Lied, wie seit über 2.500 Tagen. Die Zwillinge werden also bald schlafen. Die Freude darüber, dass bei ihnen gegen acht Uhr das Kinderzimmerlicht ausgeht, wird mit jedem Tage größer. Auch der Genuss, den ich an jedem zweiten Tag empfinde, wenn der Vater die Kinder bettet, steigert sich spürbar.

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